Borken: „Kirchner zeichnet“

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Borken – Das Stadtmuseum Borken eröffnet am 21. Januar die Kirchner-Ausstellung, in der viele Zeichnungen des bedeutenden Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner erstmalig in der Öffentlichkeit zu sehen sein werden. Die Ausstellung läuft vom 21. Januar bis zum 3. April 2016.

„Ich muss zeichnen bis zur Raserei, nur zeichnen (…). Die Technik ist zu schön.“ (1919)

Liegende Fränzi, Schwarze Kreide, um 1910. Nachlass Ernst Ludwig Kirchner, courtesy Galerie Henze & Ketterer, Wichtrach/Bern, Foto: Nicolas Bischoff

Liegende Fränzi, Schwarze Kreide, um 1910. Nachlass Ernst Ludwig Kirchner, courtesy Galerie Henze & Ketterer, Wichtrach/Bern, Foto: Nicolas Bischoff

Kirchner zeichnete „wie andere Menschen schreiben“, er zeichnete ständig und überall. Die Zeichnung war sein Medium. In nur wenigen Jahrzehnten schuf er ein riesiges Werk. Darunter sind allein über 22.000 Zeichnungen, hinzu kommen ca. 1.500 Gemälde, mehreren Tausend Druckgrafiken, zahlreiche Skulpturen, autobiografische Schriften und vieles mehr.

Landschaft mit Haus, Aquarell, Bleistift und Tusche auf Velin, 1938. Nachlass Ernst Ludwig Kirchner, courtesy Galerie Henze & Ketterer, Wichtrach/Bern, Foto: Nicolas Bischoff

Landschaft mit Haus, Aquarell, Bleistift und Tusche auf Velin, 1938. Nachlass Ernst Ludwig Kirchner, courtesy Galerie Henze & Ketterer, Wichtrach/Bern, Foto: Nicolas Bischoff

Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) war Mitbegründer der Dresdner Künstlergruppe „Brücke“ (1905-1913), einer der bedeutendsten Künstler des deutschen Expressionismus und ein wichtiger Vertreter der Abstraktion. Von 1911 bis 1918 lebte und arbeitete er, mit sommerlichen Unterbrechungen, in Berlin. Er wurde wie viele seiner Kollegen 1914 freiwillig Soldat. Kurz darauf erlitt er einen Nervenzusammenbruch, dem eine lange Zeit in Sanatorien und 1918 die Übersiedlung in die Schweiz folgten. Kirchners Kunst genoss im Laufe seines Lebens hohes Ansehen. 1937 musste er jedoch die Diffamierung als „Entartete Künstler“ und die Beschlagnahmung seiner Werke aus den öffentlichen Sammlungen erleben. Ein Jahr später, 1938, wählte er den Freitod. Die Ausstellung im Stadtmuseum Borken zeigt 87 meist unbekannte Zeichnungen aller Schaffensphasen aus dem Nachlass des Künstlers. Viele der Blätter werden zum ersten Mal öffentlich zu sehen sein.

Plakatmotiv: Kniendes nacktes Mädchen, Kohle, 1931. Nachlass Ernst Ludwig Kirchner, courtesy Galerie Henze & Ketterer, Wichtrach/Bern, Foto: Nicolas Bischoff

Plakatmotiv: Kniendes nacktes Mädchen, Kohle, 1931. Nachlass Ernst Ludwig Kirchner, courtesy Galerie Henze & Ketterer, Wichtrach/Bern, Foto: Nicolas Bischoff

Beginnend mit den ersten Atelier- und Landschaftsszenen der Dresdner Brücke-Zeit, über Blätter der Sommeraufenthalte auf Fehmarn oder an den Moritzburger Seen bis 1914 erstreckt sich die Auswahl bis hin zu den Zeichnungen der Schweizer Jahre. Den Auftakt bildet eines der wenigen erhaltenen „Viertelstunden-Blätter“, mit denen die Brücke-Künstler sich in der schnellen Komposition nach dem bewegten Modell übten. Am Schluss steht ein kurz vor seinem Tod entstandenes eindrucksvolles Landschafts-Aquarell. Mehr als die Hälfte der ausgestellten Zeichnungen haben den weiblichen Körper im Atelier oder in der freien Natur zum Thema, denn der weibliche Akt steht im Mittelpunkt von Kirchners Kunst. Darüber hinaus werden Porträts und Landschaften ausgestellt. Die Auswahl macht die stilistischen Wandlungen Kirchners erlebbar und gewährt „unmittelbar und unverfälscht“ Einblicke in das, was Kirchner „zum Schaffen drängt(e)“ (Programm der Brücke, 1906).

Die Ausstellung wurde gefördert durch die VR-Bank Westmünsterland.

Der Eintritt zur Ausstellung beträgt 3,50 Euro.

Öffnungszeiten: Di. – Sa. 15 –18 Uhr; So. und an Feiertagen: 10. 30 –17. 30 Uhr

Ausstellungseröffnung: Do. 21.01.2016, 19.30 Uhr

Stadtmuseum Borken / Marktpassage 6 / 46325 Borken

Telefon 02861 – 939242

www.stadtmuseum.borken.de

 


 

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