LWL-Museen steigern Besucherzahlen

Print Friendly, PDF & Email

Westfalen –  Fast 1,4 Millionen Menschen haben 2015 die 17 Museen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) besucht. Zum dritten Mal in Folge haben die LWL-Museen somit die 1,3-Millionen-Marke überschritten, gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl um knapp 30.000 gestiegen. „Dies ist ein hervorragendes Ergebnis für unsere Museen“, so die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale. „Es zeigt, dass der gelungene Mix aus Dauerausstellungen, Sonderausstellungen und Veranstaltungen den Nerv des Publikums getroffen hat. Und dies ist auch ein Indiz dafür, dass unsere Museen mehr bieten, als Dauerausstellungen an Wänden und in Vitrinen. Durch innovative Vermittlungsformen konnten wir viele, insbesondere junge Menschen in die Museen locken. Museen werden nur dann angenommen, wenn das Angebot stimmt.“ Nationales und internationales Publikum haben besonders die Sonderausstellungen „Otto Piene. Licht“ im LWL-Museum für Kunst und Kultur und „Die 7 Todsünden“ im Kloster Dahlheim in Lichtenau (Kreis Paderborn) angezogen. Und auch die interaktive Sonderausstellung „Leben in der Dunkelheit“ im LWL-Museum für Naturkunde in Münster ist ein Publikumsmagnet.

240.000 Besucher kamen 2015 in LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. Foto: LWL/Neander

240.000 Besucher kamen 2015 in LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. Foto: LWL/Neander

Zum fünften Mal in Folge erreicht das LWL-Museum für Naturkunde im Jahr 2015 mit rund 210.000 Besuchern die Marke von 200.000 Besuchern (Vorjahr: 222.978). Zudem war es damit wieder eines der gefragtesten LWL-Museen.

Die Sonderausstellung „Sex und Evolution“, die im Oktober 2013 eröffnet worden war, verzeichnete einen großen Publikumserfolg und wurde daher bis zum 12. Januar 2015 um drei Monate verlängert. Nach rund vier monatiger Umbauphase wurde dann Ende Mai 2015 die neue Sonderausstellung „Leben in der Dunkelheit“ eröffnet. Die inklusive, für alle geeignete Ausstellung zeigt die Vielfalt und die Fähigkeiten von Lebewesen, die sich an ein Leben ohne Licht angepasst haben. Besucher bekommen auf 1.200 Quadratmetern Meisterleistungen der Sinne und clevere Überlebensstrategien präsentiert.

Die Ausstellung "Von Kuzorra bis Özil" lockte viele Besucher ins LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum. Foto: LWL/Appelhans

Die Ausstellung „Von Kuzorra bis Özil“ lockte viele Besucher ins LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum. Foto: LWL/Appelhans

Neben dem Museum ist auch immer das LWL-Planetarium ein wichtiger Besuchermagnet. Im Jahr 2015 wurden 20 verschiedene Programme regelmäßig vorgeführt, hinzu kamen vier Musikprogramme sowie zahlreiche Sonderveranstaltungen – insgesamt über 40 Vorträge, Lesungen, Hörspiele und Konzerte.

Weiter auf hohem Niveau bewegen sich die Besucherzahlen des LWL-Industriemuseums mit seinen acht Standorten in Westfalen-Lippe. Mit insgesamt rund 421.400 Gästen konnte das Westfälische Landesmuseum für Industriekultur das Rekordergebnis von 2014 zwar nicht toppen (454.800), aber erneut die Marke von 400.000 deutlich übertreffen.

51.200 Besucher kamen im Jahr 2015 ins LWL-Textilwerk in Bocholt. Foto: LWL/Holtappels

51.200 Besucher kamen im Jahr 2015 ins LWL-Textilwerk in Bocholt. Foto: LWL/Holtappels

Im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund stieß die Ausstellung „Durch Nacht zum Licht?“ zur Geschichte der Arbeiterbewegung auf gute Resonanz. Im Veranstaltungsprogramm standen Klassiker wie Geierabend, Gartenmarkt und Kunsthandwerk in der Gunst der Gäste weit oben. Gut angenommen wurde auch der erste historische Jahrmarkt zu Pfingsten, der 2016 eine Neuauflage erleben wird. Insgesamt kamen 2015 rund 82.400 Menschen ins „Schloss der Arbeit“, etwas weniger als im Jahr zuvor (85.400).

Ein gutes Ergebnis vermeldet erneut die Zeche Hannover in Bochum. Mit 37.600 Gästen besuchten fast so viele Menschen wie im Vorjahr (38.700) Ausstellungen und Veranstaltungen im Bochumer LWL-Industriemuseum. Sehr guten Zuspruch erhielt die Sonderausstellung „Von Kuzorra bis Özil“ zur Geschichte von Fußball und Migration im Ruhrgebiet. Mit dem Großevent „Dampf-Festival“ punktete das LWL-Industriemuseum beim Jahresprogramm.

"Die 7 Todsünden" bescherten dem LWL-Landesmuseum für Klosterkultur einen neuen Besucherrekord. Foto: LWL/Hoffmann Veröffentlichung nur mit Genehmigung des LWL Kloster Dalheim, Ausstellungsdokumentation Foto: Kloster Dalheim; Ansgar Hoffmann 2015 www.hoffmannfoto.de, Fotografie und Design Ansgar Hoffmann, Zur Kammersennne 6, D-33189 Schlangen

„Die 7 Todsünden“ bescherten dem LWL-Landesmuseum für Klosterkultur einen neuen Besucherrekord. Foto: LWL/Hoffmann

Das ausgefallene Oldtimer-Festival, ein verregnetes Muttentalfest und weniger Gäste bei der Extraschicht schlugen sich 2015 negativ in der Besucherbilanz der Zeche Nachtigall in Witten (Ennepe-Ruhr-Kreis) nieder. Mit über 35.000 Besuchern zählte man an der Kasse deutlich weniger Menschen als im Vorjahr (knapp 45.000). Weiterhin beliebt sind die „Grubenfahrten“ im Nachtigallstollen: In diesem Jahr erkundeten rund 8.500 Personen bei über 1.000 Führungen und museumspädagogischen Programmen das Besucherbergwerk.

Das LWL-Freilichtmuseum Detmold stellte beim Themenjahr "Geraubte Jahre" den Alltag der Zwangsarbeit in Westfalen in den Mittelpunkt. Foto: LWL

Das LWL-Freilichtmuseum Detmold stellte beim Themenjahr „Geraubte Jahre“ den Alltag der Zwangsarbeit in Westfalen in den Mittelpunkt. Foto: LWL

Ein gutes Ergebnis meldet die Henrichshütte Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis). Mit 89.000 Menschen besuchten im Jahr 2015 fast genauso viele Gäste das ehemalige Hüttenwerk an der Ruhr, wie im Vorjahr (93.000). Die Ausstellung „Uomo e Macchina – Arbeit in der Toskana“ mit Fotografien von Pino Bertelli erhielt viel Beachtung über die Region hinaus. Höhepunkte bei den Veranstaltungen waren die Extraschicht, das Harley-Davidson-Treffen sowie zwei große Autoschauen mit jeweils mehreren tausend Besuchern.

Das Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop (Kreis Recklinghausen) wurde im Jahr 2015 von rund 70.500 Gästen besucht (2014: 82.000). Über das Jahr gesehen konnte es fast an den Erfolg im Vorjahr anknüpfen, in dem die schwimmende Wanderausstellung zur 100-jährigen Geschichte des Rhein-Herne-Kanals allein 9.000 zusätzliche Besucher angelockt hatte. Das schlechte Wetter beim Museumsfest und Weihnachtsmarkt trübte die Bilanz etwas. Teilweise kompensiert werden konnten die Rückgänge durch neue Veranstaltungsformate wie das Star-Wars-Fantreffen, das im Herbst rund 2.500 Gäste besuchten.

2015 konnte das LWL-Textilwerk Bocholt (Kreis Borken) seine Besucherzahlen weiter auf hohem Niveau halten: 51.200 Gäste verzeichnet die Statistik (Vorjahr: 52.800). Dabei freut sich das LWL-Industriemuseum vor allem über den guten Zuspruch der Ausstellung „Glanz & Grauen“ in der Spinnerei. Die Schau zur Mode im „Dritten Reich“ zog Publikum weit über die Region hinaus an. In der Weberei sorgten die täglichen Schauvorführungen und Veranstaltungen wie der Adventsmarkt für regen Besucherzustrom. Wegen Umbaumaßnamen bleibt die Spinnerei bis Herbst 2016 nur zu besonderen Veranstaltungen zugänglich. Führungen durch das Gebäude können aber gebucht werden. Nach Aufbau der neuen Ausstellung öffnet die Spinnerei im Oktober 2016 wieder.

Das Museum in der Kaiserpfalz hat seine Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr von 13.800 auf knapp 26.000 fast verdoppelt. - Foto: LWL/Noltenhans

Das Museum in der Kaiserpfalz hat seine Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr von 13.800 auf knapp 26.000 fast verdoppelt. – Foto: LWL/Noltenhans

Mit einem Programm aus Veranstaltungen und Ausstellungen lockte das LWL-Ziegeleimuseum Lage (Kreis Lippe) 2015 rund 32.700 Besucher an, etwas weniger als im Jahr davor (36.300). Zu den beliebtesten Veranstaltungen gehörten einmal mehr die Produktionstage und die Märkte mit Töpferwaren und Adventsschmuck. Viel Beachtung fand auch die Sonderausstellung „In Serie“ zur Geschichte der Möbelindustrie in Westfalen.

Eine gute Resonanz verzeichnete auch die Glashütte Gernheim in Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke). So besuchten im Jahr 2015 rund 22.000 Menschen (2014: 21.000) das historische Glasmacherdorf an der Weser. Neben der Schauproduktion erwiesen sich vor allem die Ausstellungen mit wertvollem Glas des „Art Déco“ sowie Glasobjekte, die Studierende der Kunsthochschule Kassel unter dem Titel „Edition Gernheim“ präsentierten, als Zugpferde. Höhepunkte im Veranstaltungsprogramm waren das traditionelle Museumsfest und der Glasmarkt.

Im ersten Jahr nach der Wiedereröffnung des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster ist der Strom der Besucher nicht abgerissen. Insgesamt kamen 2015 rund 240.000 Besucher in den Neubau von Staab Architekten Berlin. Anziehungspunkte waren die Neupräsentation der Sammlung und die Sonderausstellungen „Das nackte Leben. Bacon, Freud, Hockney und andere“, „Otto Piene. Licht“ und „Wilhelm Morgner und die Moderne“. Aber auch Veranstaltungen wie die „Student’s Night“ oder die „Lange Nacht der Museen“ zogen tausende von Kulturinteressierten an. Besonders erfreulich war der Zuspruch der Gäste bei der „Grüffelo-Ausstellung“: Die Schau rund um die Bilderbuchfigur von Axel Scheffler sahen knapp 31.000 kleine und große Besucher. Mit der Ausstellung gelang es, den Anteil an Mini-Besuchern (Kinder unter sechs Jahren) um das Zehnfache zu steigern. Die Außenstelle Schloss Cappenberg in Selm (Kreis Unna) wurde Ende September wegen Umbauarbeiten geschlossen. Bis dahin besuchten 3.700 Gäste die Präsentation zum Freiherrn vom Stein. In die Außenstelle Kloster Bentlage in Rheine (Kreis Steinfurt) kamen 5.000 Besucher.

In das LWL-Freilichtmuseum Detmold (Kreis Lippe) kamen 2015 rund mit 199.000 Besuchern, fast so viele Gäste wie in den beiden besucherstarken Vorjahren (2014: 201.700). Vor allem das Themenjahr „Geraubte Jahre“, das den Alltag der Zwangsarbeit in Westfalen in den Mittelpunkt stellte, sowie die beiden Veranstaltungen Freilichtgenuss im September mit 8.800 Besuchern und der Museumsadvent Anfang Dezember mit 25.700 Museumsgästen führten viele Gäste in das größte Freilichtmuseum Deutschlands.

Das LWL-Freilichtmuseum Hagen konnte in der Saison 2015 mit 123.200 Gästen wieder gute Besuchszahlen verzeichnen. Grund war neben dem allgemeinen Angebot des Museums insbesondere die Ausstellung „Früh übt sich. Handwerk zum Spielen“, die wegen des großen Erfolgs auch in der Saison 2016 gezeigt wird. Die Wetterabhängigkeit eines Freilichtmuseums zeigte sich dann im Oktober und vor allem beim Weihnachtsmarkt im November. Nach zwei sehr zufriedenstellenden Besuchstagen am Freitag und Samstag litt der Sonntag unter dem Starkregen und gleichzeitigen heftigen Windböen, so dass an diesem Tag die Besuchszahl um einige Tausend unter der des Vorjahres blieb. Insgesamt sind die Museumsverantwortlichen mit der Saison 2015 aber sehr zufrieden (2014: 130.000).

Dieser Besuch war eine Sünde wert: Mit 83.000 Besuchern verzeichnete die Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur in Lichtenau (Kreis Paderborn) für das Jahr 2015 einen Besucherrekord. Gegenüber dem Vorjahr (66.700) stiegen die Besucherzahlen um rund 25 Prozent. Damit war es das bisher besucherstärkste Jahr des 2007 eröffneten Museums, das der LWL gemeinsam mit der Stiftung Kloster Dalheim betreibt. Hauptgrund für den Erfolg sieht Museumsdirektor Dr. Ingo Grabowsky in der fünfmonatigen Sonderausstellung „Die 7 Todsünden“, während deren Laufzeit rund 50.000 Menschen Kloster Dalheim besuchten. Auch Veranstaltungen wie „Der Klostermarkt“ oder der neue Dalheimer Familientag „Et labora! Handwerk im Kloster“ trügen maßgeblich dazu bei, die Bekanntheit von Kloster Dalheim bei den Besuchern zu steigern. Grabowsky freut sich nicht nur über ein Plus an Besuchern in dem ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift, sondern auch über eine – gemäß einer Besucherbefragung – insgesamt jüngere Altersstruktur der Dalheimer Museumsbesucher.

Im LWL-Museum für Archäologie in Herne hat man sich im Jahr 2015 intensiv auf die große internationale Sonderausstellung „Aus dem Land des aufsteigenden Drachen – Schätze der Archäologie Vietnams“ vorbereitet, die das Museum im Jahr 2016 zeigt. Aus diesem Grund wurde lediglich die im Jahr 2014 eröffnete Sonderausstellung „Das weiße Gold der Kelten. Schätze aus dem Salz“ bis Februar 2015 präsentiert. Die Sonderausstellungen „aberGlaube. Moderne Kunst trifft Archäologie“ und „Wildes Westfalen. Tierische Fotos und Funde“ waren auf eine kleinere Zielgruppe ausgerichtet, so dass mit 63.600 Besuchern nicht an das gute Ergebnis des Vorjahres angeknüpft werden konnte (2014: 93.700).

Das Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn hat seine Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr von 13.800 auf knapp 26.000 fast verdoppelt. Im Jahr 2014 war das Museum wegen Umbaumaßnahmen nach der großen Sonderausstellung „CREDO • Christianisierung Europas im Mittelalter“ im Frühjahr geschlossen. Im Jahr 2015 war das Museum wieder durchgehend geöffnet. Durch die kleine Sonderausstellung zu den Paderborner Fototagen und durch die Sonderveranstaltungen „Paderborner Tanztage“ und „Karl der Große“ haben besonders viele Interessierte das Museum besucht. Die Ausstellung „Dämonen und Neuronen“ in Kooperation mit der PSAG Paderborn war mit 4.000 Besuchern trotz ihrer kurzen Dauer gut besucht.

32.800 Interessierte zog es 2015 in das LWL-Römermuseum in Haltern (Kreis Recklinghausen). Die Besucherzahl ging im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück (2014: 36.700), da in 2015 die alle zwei Jahre stattfindenden besucherstarken Römertage nicht auf dem Terminkalender standen. Indes wurde auf der Römerbaustelle Aliso der Nachbau der Holz-Erde-Mauer und des Westtores realisiert. 175 Kubikmeter Holz, 30 Kubikmeter Bretter und Bohlen, 2.000 Holznägel, 14.000 geschmiedete Nägel: Was vor 2.000 Jahren bis zu 5.000 römische Soldaten verbauten, haben die zeitgenössischen Handwerker mit Kränen, Motorkraft und PS in kurzer Zeit geschafft. Durch die 60 Meter lange Rampe wird auch Menschen mit Handicap der Zugang ermöglicht (Eröffnung im Frühjahr 2016).


 

Deine Meinung ist uns wichtig

*