Der neue Literaturtipp vom [lila we:]

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Westfalen – Das Veranstaltungsnetzwerk [lila we:] literaturland westfalen empfiehlt regelmäßig lesenswerte Bücher mit Bezug zur Region Westfalen. Dieses Mal dabei: „Kolbe“ von Andreas Kollender, erschienen 2015 im Bielefelder Pendragon Verlag.

Hier eine kurze Zusammenfassung:

Kolbe_CoverSommer 1943: Hitler muss weg! Das steht für Fritz Kolbe fest. Als Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes hat er Zugang zu streng geheimen Dokumenten, die er aus der Behörde schmuggelt. Eine Kurierfahrt in die Schweiz ermöglicht ihm die Kontaktaufnahme zu den Amerikanern. Kolbe beginnt ein lebensgefährliches Doppelleben. Er übergibt den Amerikanern hochbrisantes Material, darunter der genaue Lageplan der Wolfsschanze, Hitlers Hauptquartier, sowie wichtige Hinweise auf Spione und einen deutschen Geheimsender in Irland. Die Alliierten nutzen seine Informationen, aber Hitler bleibt an der Macht und der sinnlose Krieg geht weiter. Kolbe zweifelt mehr und mehr an seiner Mission, will aufgeben, doch Marlene, die Frau, die ihm alles bedeutet, ermutigt ihn zum Weitermachen. Bis es zu einem folgenschweren Unfall kommt…

Andreas Kollenders Sprache entwickelt eine unglaubliche Sogwirkung, augenblicklich ist man gefangen in seiner Geschichte von Widerstand und Liebe, von Mut und Zivilcourage.

Fritz Kolbe ist ein fast vergessener Held. Obwohl er uneigennützig und unter Einsatz seines Lebens Widerstand gegen das Nazi-Regime geleistet hat. Als Beamter im Auswärtigen Amt schmuggelt Kolbe Aktenmaterial in die Schweiz und liefert den Amerikanern 1.600 Dokumente. Durch ihn erfahren die Amerikaner u.a. von einem Nazi-Spitzel im Umfeld des US-Vizepräsidenten, von einem neuen Düsenflugzeug und der geplanten Ermordung der jüdischen Gemeinde Roms. Die Amerikaner geben Fritz Kolbe den Decknamen George Wood. Der spätere CIA-Chef Allen Dulles bezeichnet Kolbe als den wichtigsten Spion des Zweiten Weltkriegs. Nach dem Krieg wird Kolbe die Wiederanstellung im Auswärtigen Amt verwehrt. Er kann in Deutschland nicht mehr Fufl fassen. Kolbe schlägt sich mit verschiedenen Berufen durch und stirbt, nahezu vergessen, 1971 in Bern – in jener Stadt, in der er zum Top-Spion der Amerikaner wurde. Erst im Jahr 2004 wurden seine mutigen Taten gewürdigt, als der damalige deutsche Außenminister Joschka Fischer den Fritz-Kolbe-Saal im Auswärtigen Amt einweihte.

Andreas Kollender, „Kolbe“, Pendragon Verlag, Bielefeld, 2015, 448 Seiten, ISBN 978-3-86532-489-4, 16,99 €

 


 

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