Westfälische Feuerwehrgeschichte zum Nachschlagen

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Westfalen – Mehr als drei Jahre hat Autor Martin Lenski die Geschichte der westfälischen Feuerwehren und die ihres Verbandes über eine historisch interessante Zeit, nämlich von der Kaiserzeit bis zum Ende der Weimarer Republik, recherchiert und zu Papier gebracht. Resultat ist ein umfassendes, 400 Seiten starkes Nachschlagwerk über die Historie von 1891 bis 1934. Während zum 150. Bestehen des Feuerwehrverbands der Rheinprovinz im Jahr 2012 ein Buch erschien, gab es für den westfälischen Teil Nordrhein-Westfalens keine vergleichbare geschichtliche Aufarbeitung. Diese Lücke in der historischen Berichterstattung ist nun geschlossen. „Mein Ziel war es, in der Gegenwart die Vergangenheit für die Zukunft zu erhalten“, erläutert Lenski seine Motivation.

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Präsentierten stolz das Buch zur Geschichte des Westfälischen Feuerwehrverbands (v. l. n. r.): Stephan Neuhof (Stellvertretender Vorsitzender des Verbands der Feuerwehr NRW), Benno Fritzen (Leitender Branddirektor Feuerwehr Münster), Stefan Richter (Mitglied des Vorstands des Westfälischen Provinzial-Versicherungsverbands), Martin Lenski (Autor und Mitglied der Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Bochum), Mirco Schneider (Leiter der Abteilung Firmenkunden und Schadenverhütung der Westfälischen Provinzial Versicherung) und Dr. Klaus Schneider (Ehrenvorsitzender und Archivar des Verbandes der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen) – Foto: Westfalium

Dr. Klaus Schneider, Ehrenvorsitzender und Archivar des Verbandes der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen, gab die Anregung zu diesem Buch. Zur Entstehungsgeschichte erzählt er: „Wir hofften bei der Aufarbeitung auf viele Dokumente – aber wurden bitter enttäuscht, da oftmals vor Ort bei den Feuerwehren gar keine Archive bestanden oder den Bombardierungen während des Zweiten Weltkriegs zum Opfer fielen.“ Der Rechercheprozess gestaltete sich also eher mühsam, was den 54-jährigen Lenski, der als Feinmechaniker an der Ruhruniversität Bochum arbeitet sowie Mitglied der Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Bochum ist, aber nicht abschreckte. Mit Hilfe der Westfälischen Provinzial Versicherung, die den Druck und die Herausgabe des Buches ermöglichte, gestaltete sich der Rest des Entstehungsprozesses zum Glück wesentlich leichter.

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Postkarte „Steigeübungen“ – Foto: Archiv des Verbands der Feuerwehren in NRW

Den Leser erwartet nun eine reich bebilderte Darstellung über Uniformordnungen, Auszeichnungen und Biografien von Persönlichkeiten aus der langjährigen Verbandsgeschichte. Zahlreiche feuerpolizeiliche Vorschriften und Satzungen belegen die eingeforderte preußische Disziplin und Ordnung dieser Zeit. Ein eigenes Kapitel nimmt die Funktion des Plakates um Dienst der Brandverhütung ein. Anhand zahlreicher Beispiele werden künstlerisch gestaltete Appelle zur Schadenverhütung an die Bevölkerung vorgestellt. Die Ausführungen zur Rolle der Versicherungen in einer durch mehr Unfälle als heute geprägten Epoche beschreiben deren Bedeutung.

Am Rande der Buchpräsentation am 13. Januar 2015 in den Räumen der Westfälischen Provinzial Versicherung in Münster wurde Ralf Tornau, der seit 2003 in der Abteilung Schadenverhütung des Versicherers tätig ist, die Deutschen Feuerwehr-Ehrenmedaille verliehen. Die Auszeichnung erfolgte durch Dr. Klaus Schneider, Stephan Neuhoff (stellvertretender Vorsitzender des Verbandes der Feuerwehren in NRW) sowie Hartmut Ziebs (Bezirksbrandmeister für den Regierungsbezirk Arnsberg) und würdigt Tornaus Engagement im Bereich der Brandschutzerziehung und -aufklärung.

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Archivar Dr. Klaus Schneider verleiht zusammen mit Stephan Neuhoff, stellvertretender Vorsitzender des Verbandes der Feuerwehren in NRW und Hartmut Ziebs, Bezirksbrandmeister für den Regierungsbezirk Arnsberg (v. l.), die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille an Ralf Tornau von der Westfälischen Provinzial Versicherung (r.) – Foto: Thomas Klerx

Wie auch Stefan Richter, Mitglied des Vorstands der Westfälischen Provinzial Versicherung, hervorhob, verbindet die Provinzial und den Westfälischen Feuerwehrverband „eine langjährige, gute und vor allem gelebte Partnerschaft im Dienste der Sicherheit“. Von der Kooperation profitieren schließlich alle Seiten: „Ein Blick zurück in die gelebte Feuerwehrgeschichte, die dieses schöne Buch ermöglicht, ist wichtig“, so Richter. „Er schärft am Beispiel der Vergangenheit die Sicht auf die anstehenden Aufgaben der Zukunft.“

CoverNachdem nun nicht nur der rheinische, sondern auch der westfälische Teil Nordrhein-Westfalens mit einer Historie abgedeckt wurde, schmiedet Archivar Dr. Klaus Schneider für die Zukunft schon weitere Pläne: „Gemeinsam werden wir sicherlich noch weitere Bände auflegen“, verspricht er und verrät, dass zurzeit bereits ein dritter Band in Mache ist. Dieser beschäftigt sich mit dem 60. Bestehen des Feuerwehr-Ehrenzeichens in Nordrhein-Westfalen.

Alle, die sich für westfälische Feuerwehrgeschichte interessieren, können das Buch „1891–1934. Der Westfälischer Feuerwehrverband“ zum Preis von 25 Euro im Onlineshop auf www.sicherheitserziehung-nrw.de bestellen.

 

 

 


 

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