Ansichten, Einsichten, Aussichten

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Westfalen – Es scheint, als seien sie wie dafür geschaffen, gemeinsam in einer Ausstellung präsentiert zu werden: Die Gemälde von Maurilio Minuzzi und Anna Fiegen bilden eine verblüffende Einheit – gerade da, wo sie sich in ihrer Unterschiedlichkeit und Gegensätzlichkeit ergänzen. Hans Joachim Krautkrämer hat  unter dem bewusst doppeldeutigen Titel „Ansichten, Einsichten, Aussichten“ im Best Western Premier Hotel Krautkrämer eine bemerkenswerte Ausstellung zusammengetragen. Sie ist noch bis Ende August in der hauseigenen Galerie und im Restaurant des Hotels in Hiltrup zu bewundern. Auch Besucher von Außerhalb sind herzlich eingeladen. Auf den mehr als 20 Gemälden sind vereinzelte Wohnhäuser und verlassene Gebäude zu sehen, in so schrecklicher Schönheit und Präzision, dass man gar nicht mehr wegsehen mag.

Gemälde von Maurilio Minuzzi – Foto: Jörg Bockow

Maurilio Minuzzi bringt marode, verfallende Höfe, Häuser und Hütten mit feinstem, altmeisterlichem Pinselstrich auf die Leinwand, Anna Fiegen dokumentiert hingegen auf ihren Ölgemälden stark reduziert und mit einem gnadenlos lakonischen, coolen Strich lieblose, banale Architektur und Lebensorte von bemerkenswerter Leere, Tristesse und Hässlichkeit. “In den einen Häuser kann man nicht mehr wohnen”, beschreibt Krautkrämer treffend die unterschiedlichen Perspektiven der beiden Künstler:  “In den anderen mag man nicht wohnen.”

Gemälde von Maurilio Minuzzi – Foto: Jörg Bockow

Minuzzis nutzt die Landschaften, in denen die dem Verfall anheim gegebenen Gebäude stehen, um seine Bilder aufzuladen, freilich so überhöht, dass es schon ironisch und mit einem Augenzwinkern gesehen werden kann. Winzigste Details werden in der Manier eines Neuen Realismus festgehalten. Dramatisch ist die Lichtstimmung, Wind und Wetter künden vom Untergang. Hier zucken Blitze aus dunkel-drohenden Wolken wie bei einem Theatergewitter, dort bläst ein Sturm die Wipfel der Bäume fast bis zum Boden. Es sind gespenstische, gottverlassene Szenerien.

Gemälde von Anna Fiegen – Foto: Jörg Bockow

Die Münsteranerin Anna Fiegen zeigt in ihren spektakulär unspektakulären Ansichten von alleinstehenden Häusern vor allem Einsamkeit und ästhetische Hilflosigkeit. Leben findet hier nicht statt. Die Orte sind menschenleer und wie ausgestorben. Solche Behausungen hat man schon hundertfach in der Wirklichkeit gesehen. Mitten in der Landschaft stehen sie als seien sie einmal angefangen aber dann nie vollendet worden, man sieht sie an den hässlichen Rändern der Städte oder an einem x-beliebigen Bahndamm.

Gemälde von Anna Fiegen – Foto: Jörg Bockow

Es schaudert einem bei dem Gedanken, dort leben zu müssen. Mitleid steigt in einem auf, wenn man sich vergegenwärtig, dass es offenbar Menschen gibt, die an solchen Orten wohnen und leben müssen, weil sie keine andere Wahl haben.

“Vielleicht wollen beide sogar dasselbe sagen. Vom Alter her trennen die beiden Künstler drei Generationen – in der Malerei sind sie sich sehr nah”, sagt Hans Joachim Krautkrämer.

BEST WESTERN PREMIER Hotel Krautkrämer / Zum Hiltruper See 173 / 48165 Münster
Telefon 02501 – 8050
www.krautkraemer.de
www.krautkraemer-kunst.de

 

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