Alles tau siener Tiet

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Im Rahmen unserer Plattdeutschen Reihe hier ein Gedicht von aus dem Nachlass von Ferdinande Laymann, Attendorn.

 

Alles tau siener Tiet

Üewwer Liturgien löt siek stri-en.
Se stoht grout uawenaan
Biem jungen Volk, doch iek mat si-en:
Me gewiennd siek schlecht daodran.

Et kam maol wier en niggen Här;
Un diamn ‚wört balle gelungen,
Dat in d‘ r Christnacht nit maol mehr
Dat „Stille Nacht“ wör sungen.

Jedoch de Organist waor schlau.
Dei harr‘ alt, viarbedacht,
N’paar Jungens, dei ouk fix un gau,
Taum Bälge-Trian met bracht.

Grad bi d’r Wandlung ganz van fa’n
Soll „Stille Nacht“ opklingen;
Doch dei Vikar hofdat nit gä’n,
Hei lait dat Schalter springen.

De Stroum waor fut – nu iset ut –
Sou dachte wall im“ stillen,
T’küemmet nix mehr ut d’r Uargel rut,
Un iek hev‘ mienen Willen.

Dao fonk de Uargel aohne Stroum
Ganz sachte aan te klingen,
Grad sou, äs föngen bi düessem Toun
De Engel aan te singen.

Dei kleinen Schellen daoren kund:
„De Wandlung fanget aan.“
Sou stille waort im Kiarkenrund,
Me faulde dat tau düeser Stund
Dat Christkind wi-erkam.

Sacht gonk dei Ougenblick verbie.
Dat Krippenkind, sou klein
As daomaols, waor uns naoge hie,
Dat groute Weltgescheihn.

Nu fonk de Orgel ouk wier frie
Un mächtig aan te klingen.

Me sall met bester Liturgie
Dat Volksguet nit betwingen

Das Gedicht ist dem Nachlass von Ferdinande Laymann entnommen.
Die Übersetzung ins Hochdeutsche
wurde von vorgenommen.

Die Übersetzung ins Hochdeutsche von Hubert Wacker+ gibt es -wie immer- unter www.heimatverein-attendorn.de

Platt gekürt: In dieser Rubrik veröffentlichen wir zusammen mit dem Orts- und Heimatverein Attendorn in unregelmäßigen Abständen Geschichten und Gedichte in Attendorner Platt. Die Übersetzung ins Hochdeutsche steht – wie immer – auf der Homepage des Vereins für Orts- und Heimatkunde unter der Rubrik: Platt gekürt hier>>


 

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